Jahrgang 2021: Wie der Zufall es so will, haben auch Geisteswissenschaften was mit Cloud Computing zu tun! Ganz gleich „wer die KI glaubt zu sein“ 😉

Michael Fleischhacker

MCCE-Alumni (Jahrgang 2021

Frage: Wie ist es dazu gekommen, dass du dich fĂŒr dieses Studium entschieden hast?

Michael: Nachdem ich schon sehr lange im Arbeitsleben tĂ€tig bin und meine ersten Studienzeiten der Uni Wien in Geisteswissenschaft gehabt habe, war ich lange Lehrer und bin dann erst vor 25 Jahren in die Technik gewechselt und gleich ins Arbeitsleben eingestiegen. Durch Zufall habe ich erfahren, dass es diesen Studiengang gibt und hab mir gedacht: „Ja warum nicht?“ Die Zeit bleibt auch nicht stehen. Ich habe dann Gott sei Dank noch einen Platz bekommen und nach meiner Bewertung bin ich reingerutscht. Eher zufĂ€llig und der Zufall war ein wirklich glĂŒcklicher Umstand. Es hat mir supergut gefallen, gleich vorweggenommen, waren zwei super tolle Jahre.


Frage: Das heißt, du hast davor etwas anderes studiert? Was genau?

Michael: Ich war PĂ€dagoge. Ich habe auf der Uni Wien und auch auf der Uni Graz PĂ€dagogik studiert, Lehramt auch gemacht und habe dann auch lange unterrichtet. Als ich dann in die IT gekommen bin, habe ich da Zertifikationen gemacht, wie man’s halt so macht. Aber das Studium Cloud Computing hat dann super gepasst, weil ich gemerkt habe, es geht immer mehr in Richtung Cloud, auch die Systeme, die wir verwenden. Deswegen ist das ein super interessantes Thema.


Frage: Welche Inhalte oder Schwerpunkte haben dich besonders geprĂ€gt und interessiert– und warum?

Michael: Inhalte wĂŒrde ich jetzt keine ausschließen, weil es wie ein großes Mosaik ist. Nimmst du einen Baustein raus, ist es unvollstĂ€ndig. Es waren ein paar Bausteine, die fĂŒr mich wichtiger waren, weil ich aus dem Umfeld Netzwerkadministration komme. Es hat auch ein paar Module in Richtung Programmierung gegeben, da bin ich nicht so beheimatet, das hat aber anderen Kolleg:innen mehr getaugt. Was mir besonders gefallen hat, war die Art und Weise, wie das Ganze unterrichtet worden ist, wie wir gelernt haben und was gelehrt wurde. Es war sehr viel Teamarbeit dabei, aber es war auch die Corona-Zeit. Wir haben im ersten Semester sehr viele virtuelle Sitzungen gehabt. Das war schon hart, aber auch hier war es so, dass wir in Teams zusammengeformt wurden und die Arbeiten gemeinsam online erledigt haben. Das war eines der Dinge, die auch in der Arbeitswelt heutzutage schlagend werden. Den EinzelkĂ€mpfer, den gibt es selten, und der ist dann auch auf verlorenem Posten. Noch ein wichtiger Spruch, der eigentlich immer passt: „Je mehr ich lerne und mich fortbilde, umso mehr weiß ich.“


Frage: Was glaubst du, kannst du durch dein Studium bewirken – gesellschaftlich, beruflich oder persönlich?

Michael: Man hat plötzlich andere Optionen, die vor einem liegen, weil man sich besser auskennt. Beispiel: Wenn du jetzt in einer Firma arbeitest. Wir haben unsere Systeme On Premise, das bedeutet, wir haben Dinge, die bei uns liegen. Von Hardware, Layer, Kabel, Netzwerk, Infrastruktur bis zum User Management. Aber plötzlich hast du die Option zu sagen: Okay man kann auch vieles in der Cloud aufstellen. Man muss nicht mehr neue Server kaufen, die Unmengen kosten, sondern man kann sich ĂŒberlegen, diese Dinge in einer Cloud, also bei einem Anbieter, laufen zu lassen. Die Cloud ist in Wirklichkeit auch nur ein Rechenzentrum, das woanders liegt. Durch das Cloud Computing Studium siehst du dann plötzlich, dass es mehr gibt als diese Routine, die man ĂŒber Jahrzehnte mitnimmt. Man kann vieles mittlerweile auslagern.


Frage: Was möchtest du zukĂŒnftigen oder unentschlossenen Studierenden gerne mit auf den Weg geben?

Michael: Mein Tipp wĂ€re, dass man – und das hat das Studium Gott sei Dank auch ermöglicht – dass man durch Teamarbeit all das, was verlangt wird gemeinsam schafft und dass man sich bei Aufgaben klar auf seine eignen StĂ€rken konzentriert. Jeder hat woanders seine StĂ€rken. Ich habe mich bei meiner Masterarbeit auf KI und Umfeld, auch mit geisteswissenschaftlichem Ansatz fokussiert. Ich habe hier meine zwei Leben, die Geisteswissenschaft und die Technik, verbunden. Mein Tipp ist also: Konzentriere dich dorthin, was das Studium anbietet, und lege deinen Fokus auf deine StĂ€rken. Du machst so viel, du hast so viel Möglichkeit und am Ende kommst du raus und besinnst dich deiner StĂ€rkung und kannst dort was tun. Das ist meine RĂŒckschau auf dieses großartige Studium und auf die Studiengangsleitung.


Frage: Worum ging es in deiner Masterarbeit genau?

Michael: Ich habe eben zum Thema KI meine Masterarbeit geschrieben. Es ging darum, inwieweit wir noch frei sein werden, wenn wir auf eine mit Bewusstsein ausgestattete KI treffen. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt: Wie frei sind wir noch in unseren Entscheidungen? Was ĂŒberlassen wir den Maschinen? Und hier konnte ich mich darauf konzentrieren, weil es das Studium erlaubt hat.


Frage: Wie glaubst du, hat KI in den letzten Jahren, vor allem das Cloud Computing und die IT verÀndert?

Michael: Die Frage ist sehr gut. Aus einem Grund besonders gut: Weil mitten im Studium, als wir das Studium gemacht hatten, der Beginn war, wo OpenAI mit Sam Altman vorgeprescht ist. Und plötzlich war KI in aller Munde. ChatGPT, alle reden von ChatGPT, wobei es KI ja schon viel lĂ€nger gibt. Die theoretische Grundlegung ist schon in den Sechziger Jahren erfolgt. Aber mitten im Studium ist das hineingeplatzt und ich kann mich erinnern, ein Kollege hat gesagt: „Hast du das schon gesehen?“ Sagte ich: „Was ist das?“. Und dann ist die Welle losgegangen. FĂŒr mich war klar, da kommt etwas Großes auf uns zu und habe mich dann eben sofort auf dieses Thema konzentriert und auch aufgrund dessen meine Masterarbeit gestimmt. Aber – Ohne Cloud gĂ€be es keine KI. All das, was man abfragt auf den Handys, Mistral oder ChatGPT oder andere duzende Tools, das wĂ€re ohne Cloud nicht möglich. Cloud ist also eine Voraussetzung, dass ĂŒberhaupt KI-Systeme so funktionieren, wie wir sie kennen.


Frage: Gibt es noch etwas, das dir wichtig ist oder das wir noch nicht angesprochen haben?

Michael: Was mir noch wichtig ist: Es gibt jederzeit offene Ohren und offene TĂŒren in der Studiengangsleitung und auch bei den Lehrenden. Die Masterarbeitsbetreuung war sensationell und auch die Organisation in der schwierigen Coronazeit war wirklich gut.

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